maC.loG - mixed hot shit from berlin
 
Mittwoch, 28. September 2005

_ ricoloop oder der beck aus'm friedrichshain

Die geographischen Wurzeln von Ricoloop liegen am Boxhagener Platz im Friedrichshain, wo man ihn an sonnigen Sonntagen hören und erleben darf. In Rico stecken zahlreiche musikalische Seelen: vom Live-Looper über den Elektro-Frikkler bis zum Songwriter mit Akustikgitarre lebt er das, was er in sich findet. Gerade die musikalische Vielfalt und Ricos direkter und scheinbar leichtfüßiger Zugang dazu ist das Bemerkenswerte und erlaubt Vergleiche zum kalifornischen Beck, der sich bis heute jeglicher Schubladen-Zuordnung verweigert.

Umgeben von seinen zahlreichen Instrumenten schichtet Rico in seinem Projekt Ricoloop Soundschleifen übereinander. Dabei nutzt Ricoloop den öffentlichen Raum um live vor geladenem und dahergelaufenem Publikum seine multi-layer Audio-Bilder zu zeichnen. Als technische Hilfe benutzt er lediglich eine kleine Loopstation mit der er sich und seine Musikgeräte aufnimmt und als Loop wieder abspielt. Die Audioschleifen erzeugt Rico dabei mit Akustikgitarren, Bass, Mundharmonikas, alten Synthesizern, Getränkeflaschen, Bongos, Harmonika oder mit seinem Mund. Als Human Beatbox spielt sich Rico sein benötigtes Schlagzeug einfach mit dem Mikrophon ein, er rappt, er singt oder er sampelt einen kläffenden Hund oder eine röhrende Bohrmaschine und legt das alles Spur für Spur übereinander.

ricoloop - rico loop

Das hört sich jetzt alles nach avantgardistischer Klangkunst an? Das ist es aber nicht!

Denn Ricoloop hat den Groove: jeder neu aufgenommene Loop schmiegt sich wie ganz von selbst an den bereits bestehenden organischen Schleifenbrei. Jedes Mal wenn man bereits das musikalische Finale vermutet, schlingt sich noch ein weiterer Loop ins Ohr. Ricoloop jammt mit sich selbst und scheint sich in diesen Ego-Jams immer wieder neu zu entdecken und zu erfinden.

Man kann sich das alles als frei verfügbare mp3s auf Ricoloop / download anhören, kann damit aber leider nicht annähernd das Live-Erlebnis ersetzen.

Wenn ihr Glück habt, spielt Rico neben seinen Audio-Bildern auch ein paar seiner Originale. Zu Ricos Identität als Songwriter sei euch "Kinderaugen" (aka "Barfuss durch den Sand") wärmstens empfohlen - Bitte laut hören!.

Und jetzt geht raus und seht euch Ricoloop live an!

Halbwegs aktuelle Daten gibt’s bei Rico loop / news&gig’z.

Außerdem im Oktober:

Ricoloop als Support der Ohrbooten auf Tournee
.

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Donnerstag, 14. Oktober 2004

_ leben in einer burg in südfrankreich

Manchmal ist es so einfach ein Maximum an Lebensqualität zu erleben: auf alles überflüssige wie Strom, TV, Internet verzichten und einfach nur pur geniessen. Ich durfte das für eine Woche in der Templerburg St. Sauveur in Frankreich erleben.

Die Burg in Südfrankreich.

Die Burg liegt in der französischen Provence und ist dort nur einige Kilometer von der malerischen Ardèche entfernt. Wer es selbst erleben möchte: die Burg ist komplett zu mieten und ideal für Familien, Gruppen oder Paare. Weiterhin steht die Burg für Seminare, Workshops oder ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung.

Fast schon ein Schloss in Südfrankreich

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Donnerstag, 1. Juli 2004

_ pixies sellout (Berlin Wuhlheide 29.06.2004)

11 Jahre nach der endgültigen Auflösung stehen die Gitarren-Helden meiner Jugend wieder auf der Bühne. In grosser Furcht vor einem ausverkauften Stadion habe ich mir schon vor Wochen mein Konzertticket besorgt und komme mal wieder viel zu spät zum Konzert. Als ich ankomme sind "Franz Ferdinant" schon längst fertig und "Ash" liegen in ihren letzten Zügen. Egal - Ich bin ausschliesslich wegen der Pixies hier. Die anderen Besucher der halb vollen Wuhlheide wohl auch: kaum ein Teenager, dafür massig thirty-somethings und viele "Hey, lange nicht gesehen...".

Nach einer längeren Umbaupausen kann ich ein Grinsen nicht unterdrücken: 3 glatzköpfige Herren und eine pummelige Kim Deal schlurfen auf die Bühne. Ich stehe etwa 2 Meter von der Bühne entfernt und sehe mich nach den Reaktionen im Publikum um: Allen steht ein breiter Smiley ins Gesicht geschrieben. Die Veranstaltung hat eindeutig einen ironisch-gebrochenen Charakter.

Ohne Umschweife spielen sie los und als zweiter Song kommt gleich "Debaser" mein Lieblingsstück. Die Songs gehen fliessend ineinander über und dazwischen kein einziges Wort! Dann kommen fast alle wichtigen Songs von Surfa Rosa, Come on Pilgrim, Doolittle und Bossanova. Es ist gut, denn es hört sich an wie die Pixies vor 15 Jahren. Und wenn man die Augen schliesst, dann fühlt man auch dieses spezielle Gefühl aus der Jugend: ich liege auf meinem Bett, die "Bossanova" läuft zum 20ten mal und ich bin davon überzeugt, dass die Pixies ausschliesslich für mich spielen. Nur ich verstehe diese unterschwelligen Botschaften, die sie mit ihren Gitarren und spacigen Songtexten transportieren - die sind genau für mich geschrieben und für die restliche Welt ungreifbar. Ja so war das damals. Wenn ich aber heute die Augen öffne, sehe ich stark übergewichtige und glatzköpfige Amerikaner die Ihre alten Gassenhauer nochmal spielen.

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Dienstag, 16. September 2003

_ strassen jongleur ohne namen

Immer wenn ich abends mit dem Fahrrad den Ernst-Reuter-Platz streife sehe ich Ihn wieder: Den Jongleur in rot-gelber Kluft, der mit seinen 3 Kegeln für die stehenden Autos in der Rot-Phase eine Kurzaufführung absolviert. Die Ampel schaltet auf Rot, die Autofahrer halten an und er läuft lässig in die Mitte der Strasse und beginnt kunstvoll mit seinen 3 Kegeln zu jonglieren - natürlich mit Speziall-Effekten wie Kegel durch die Beine, Kegel hinterm Rücken oder Kegel hoch in der Luft.
Nach dem Performance verneigt er sich vor den Autos und läuft mit einer roten Kappe in der Hand durch die startenden Autos. Manche geben ihm was, viele versuchen ihn zu ignorieren und manchmal wird er auch berlinerisch angebrüllt.

Der Strassen Jongleur Ohne Namen

Tagelang habe ich Ihn und die Reaktionen der Autofahrer nur still beobachtet, was meist ein breites Grinsen auf mein Gesicht legte. Dann hab ich ihn endlich angesprochen, fotografiert und ausgefragt.

Er stammt aus Argentinien (das momentan in einer wirtschaftlichen Katastrophe vor sich hinsiecht), spricht gutes Englisch und ist offensichtlich schon viel auf der Welt rumgekommen Auf die Frage nach der Reaktion der im Rotlicht der Ampel stehenden Fahrer meint er "oh man, I tell you... half of them are real zombies" aber er relativiert es und sagt "... most of them are nice". Er erzählt mir, dass dies sein "summer job" ist und er in ein paar Wochen wieder nach Südamerika fährt - nicht nach Argentinien zurück aber nach Chile...

Wir haben uns knapp 20 Minuten unterhalten währenddessen er sogar zwei Rot-Phasen ausgelassen hat. Ich hab einige Fotos von ihm geschossen ("no problem - if you make any money with it... give me some...") und hab es versäumt ihn nach seinem Namen zu fragen ...#

Doch seit einigen Tagen ist er nicht mehr an der üblichen Stelle.
Gab es Ärger mit der Polizei?
Streitigkeiten mit den anderen "Streetworkern" die Windschutzscheiben putzen?
oder macht er sich einen schönen Tag in Berlin Mitte (wo er irgendwie, irgendwo kostenlos in einer Wohnung lebt)?

Seinen Namen weiss ich noch immer nicht, also bleibt er der Strassen-Jongleur ohne Namen.

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Mittwoch, 27. August 2003

_ introducing mogwai

Die Karte für das Introducing Festival 2003 hab ich im totalen Mogwai-Rausch gekauft:
nach dem Mogwai Gig im Juni (Maria, Berlin) war ich so aufgekrazt und hab mir panisch die Tickets gesichert ("da gehen bestimmt alle wegen Mogwai hin...").

Mogwai Introducing 2003 Berlin Columbiahalle
Samstagabend in der Columbiahalle: Tickets gibt's noch genug, Mogwai spielt laut Plan als letzte Band kurz nach Mitternacht. Immerhin kann man den mittelmässigen Bands wie Zoot Woman und Kante in den nahegelegenen Outdoor-Bereich entfliehen und dort teurer Bier trinken. Die Bright Eyes sind ganz angenehm und der Headliner Blumfeld eine wirkliche Überraschung: das live gespielte Material von der "L'etat et moi" ist toll und ich muss mir nur 3 oder 4 Stücke aus der Kategorie "Liedermacher-Scheiss" anhören (Immerhin werden die wenig guten Songs der neuen Platten auch performt). Natürlich ist von der "Ich Maschine" nichts zu hören, aber das hätte ich nun wirklich nicht erwartet...

Dann mit extremer Verspätung lüftet sich der rote Vorhang gegen 1.30 für Mogwai. Nachdem man sich fürs lange-dableiben bedankt (etwa die Hälfte des Publikums ist nach Blumfeld verschwunden) geht's mit Songs vom neuen Album los.
Brachial-akribisch gleich der erste Song: Pole der Ruhe die von harmonischem Lärm durchbrochen werden, immer an der Grenze zur Ohrwurmtauglichkeit für Einflugschneissen-Bewohner. Jeder Song erscheint mit der für Mogwai typischen Bolero-artigen Flächen-Struktur: Anfangs minimalistisch-akrobatisches Gitarrengezupfe auf die dann peu-a-peu eine Schicht nach der anderen gelegt wird. Mit jeder neuen Schicht (meistens Saiteninstrumente) erlangt der Song eine neue Komplexität, die jedoch nicht willkürlich, sondern klang-akribisch und exakt im timing auf die vorige Struktur aufgelegt wird.

Irgendwann erreicht ein Mogwai Song dann seinen Klimax: Am Komplexitäts-Pol hört man mindestens 3 Gitarren, ein Bass und Schlagzeug, die sich zu maximaler Lautstärke summieren. Das Gesamterlebnis ist dann deutlich mehr als die Summe der einzelnen Teile. Nach dem Kimax passiert erneut etwas Mogwai typisches: das Brachial-Gewitter wird nicht einfach beendet, sondern jede aufgetragene Schicht wird fein säuberlich auch wieder abgetragen. Nach dem Pol wird die Komplexität des Songs wieder schrittweise runtergefahren. Meist verläuft diese Phase des Songs zwar schneller als beim Aufbau, aber sie beschliesst das eigenwillige Konzept von Mogwai.

Nachdem die Frontmänner alle Gitarren durchgeschrubbt haben und die Saiten der Länge nach von der Griffleiste hängen (und zwar alle!) endet kurz vor 4 Uhr die Performance von Mogwai mit endlosen Feedback-Schleifen die sich locker als Geburtsstätte für Tinnitus Defekte eignen. Man muss schon die Zähne zusammenbeissen als die Gitarren mit ihren Gurten gleich am Marshall-Verstärker festgezurrt werden und die Männer die Bühne verlassen.

Mogwai ist Rock Action pur!

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Donnerstag, 31. Juli 2003

_ berlin t-party

Die Telekom möchte für sich 1/26tel des lateinischen Alphabets in Anpruch nehmen.
Das Alphabet, und damit auch der Buchstabe "T", haben immerhin 2700 Jahre auf dem Buckel und damit dürften wohl sämtliche Copyright-Ansprüche der Urheber längst Weltgeschichte sein! Also ran an die Buletten: Wer möchte ein "U" kaufen?!? psssssst

Und da die Telekom (die vermutlich bald T-Com heissen wird) nun das "T" verschlingen möchte, verklagt sie erst mal die Berliner Team Konzept - Man möchte ja schliesslich ein Exempel statuieren!

Da die kleine und symphatische Firma Team Konzept für den Rechtsstreit mit einem Streitwert von 500.000 Euro nicht wirklich gerüstet ist, sucht sie die Unterstützung von Leuten die etwas dagegen haben, dass nun das Alphabet unter den Multinationalen Konzernen verhökert wird.

Jeder kann sie in ihrem Recht auf Recht unterstützen:
Wie vielfältig dabei die Möglichkeiten sind zeigt das für diese Aktion aufgesetzte Portal:

http://www.free-t.de

Spenden, darüber reden, kommunizieren etc. pp.

Berlin T-Party
Für alle die erstmal "T-Trinken und abwarten" wollen gibts die Berlin T-Party am Dienstag, den 5.8.2003: Saufen für ein FREIES T!

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Dienstag, 29. Juli 2003

_ horror im regenbogencamp in prerow

Sommerpalmen, Sonnenschein, was kann schöner sein...

Angeregt durch die mediterrane Grosswetterlage entfliehe ich mit meiner bezaubernden Begleitung dem Berliner Moloch und steche über die Autobahn nach Rostock. Gleich nach der Ausfahrt nimmt uns ein von vielen kleinen Ampeln erzeugter Stau auf. Endlich angekommen auf dem Darß-Zingst steuern wir Campingplätze an, weil wir auf der Suche nach einer Kombination von Zelt-Romantik mit schmalem Budget sind. In Prerow will man uns nur auf das Regenbogencamp lassen wenn wir mindestens 3 Übernachtungen buchen: mein Rip-Off Detektor springt an und ich fahre einen U-Turn. Auf der Suche nach Alternativen (andere Campingplätze) merken wir schnell dass es eine dumme Idee war in der Hochsaison hierher zu fahren. Wir stehen kurz vor der Fahrt ins Inland, lassen uns aber aufgrund von Zeitmangels auf den Nepp des Regenbogencamps ein: 2 Übernachtungen zum Preis von 3.

Der Zeltlatz ist die Kleinbürger-Hochburg! Immerhin entdecken wir ein paar Jugendliche die sich mit Punkfrisuren, Bierflaschen (Der Dosenpfand fordert seine Opfer) und lauter Musik dem Einheitsbrei entgegensetzen. Damit hat der Paltzwart wohl viel zu tun! Ich erinnere mich plötzlich daran, dass ich zwar schon immer das Zelten liebte, jedoch Campingplätze (besonders deutsche!) schon immer verabscheute.
Links nebenan werden Kinder zurechtgewiesen doch ruhig zu sitzen während Mutter um 18 Uhr das Abendbrot serviert, rechts diskutiert eine polnische Grossfamilie in Jogginghosen lautstark über den Zeltaufbau (während super-trash-techno aus einem Japanschreier ballert) und hinter uns läuft irgendwo "Bhöse Onkelz". Arghhh!!!
Wir versuchen sowenig Zeit wie möglich auf dem Platz zu verbringen was uns dank Ford Fiasco auch ganz gut gelingt...

Nie wieder Camping !

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